Akute und chronische Rückenschmerzen: Unterschiede, Ursachen und Behandlung

Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten Gründen für einen Besuch in der orthopädischen Praxis. Sie können akut oder chronisch auftreten, unterschiedliche Bereiche der Wirbelsäule betreffen und vielfältige Ursachen haben. Eine exakte Diagnose bei Rückenschmerzen ist entscheidend, um die passende Therapie einzuleiten und die Beschwerden nachhaltig zu lindern.

Welche Arten von Rückenschmerzen gibt es?

Rückenschmerzen können im gesamten Rücken auftreten. Am häufigsten betroffen ist der untere Rücken (Lendenwirbelsäule).

Treten Rückenschmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, spricht man von einer Lumbalgie. Kommt es zu plötzlich einschießenden Schmerzen, meist nach einer ruckartigen Bewegung, bezeichnet man dies als Lumbago oder umgangssprachlich als Hexenschuss.

Strahlen die Schmerzen vom unteren Rücken in ein Bein aus, handelt es sich um eine Lumboischialgie. In diesem Fall kann ein Bandscheibenvorfall oder eine Reizung der Nervenwurzel die Ursache sein.

Das BWS-Syndrom beschreibt Schmerzen im Bereich der Brustwirbelsäule, häufig zwischen den Schulterblättern. Diese können akut, z. B. nach ruckartigen Bewegungen, oder chronisch auftreten.

Wenn funktionelle Ursachen für die Rückenschmerzen verantwortlich sind, spricht man vom „unspezifischen“ Rückenschmerz. Die muskuklär-funktionell bedingten Auslöser sind für den Großteil den Beschwerden am Rücken verantwortlich.

„Spezifische“ Rückenschmerzen dagegen haben eine radiologisch erfassbare Ursache. So zählen hier meist degenerative, also altersbedingte, aber auch entzündliche Veränderungen am Skelett als Gründe für den Rückenschmerz.

Was sind Ursachen von Rückenschmerzen:

Die Ursachen von sind sehr vielfältig und oft multifaktoriell. Insbesondere funktionelle Probleme wie Muskelverspannungen und Blockierungen der Rippen- und Wirbelgelenke lösen Rückenschmerzen aus.

Grund für Muskelstörungen (z.B. Triggerpunkte, Hartspann, Muskeldysbalancen) sind Fehlhaltungen durch langes Sitzen, Fehlhaltungen, einseitige Belastungen oder auch fehlender körperlicher Ausgleich durch Sport.

Insbesondere bei chronischen Beschwerden finden sich oft Störfelder, die solche muskulären Fehlfunktionen fixieren und dadurch den Schmerz verstärken und schlechter behandelbar machen.

Typische (degenerative) Veränderungen bei Rückenschmerzen sind z.B. Arthrose der Wirbelgelenke, Wirbelsäulenverkrümmung und Bandscheibenabnutzung.

Arthrosen können auch im Rahmen einer sogenannten Aktivierung entzündet sein (Arthritis). Andere entzündliche Veränderungen treten bei rheumatische Erkrankungen (z.B. M. Bechterew) auf.

Aber auch Unfälle können Rückenschmerzen auslösen (z.B. Muskelzerrungen, Wirbelkörperbrüche oder Prellungen). Sehr selten finden sich Tumore und Infektionen (Spondylodisziitis), müssen insbesondere aber bei chronischen Schmerzen ausgeschlossen werden.

Verstärkende oder auch auslösende Faktoren sind psychische Belastungen wie chronischer Stress und psychische Erkrankungen wie Depression und Angststörungen. Insbesondere bei chronischen Verläufen ist dies zu beachten.

Wichtig: Die allermeisten Rückenschmerzen ( 85 bis 90 %) sind „unspezifisch“, das heißt, es lässt sich keine wesentliche strukturelle Schädigung feststellen. Das heißt somit: Der Rücken ist nicht kaputt, sondern es funktioniert etwas nicht gut. Eine Operation bei Rückenschmerzen ist den allermeisten Fällen nicht erforderlich.

Wie erfolgt die Diagnostik bei Rückenschmerzen?

Da der weit überwiegende Anteil der Rückenschmerzen nicht durch strukturelle Veränderungen verursacht wird, steht die manualmedizinisch, funktionell-orientierte und ganzheitliche Untersuchung im Vordergrund.

Zur erweiterten Diagnostik helfen die Pedobarographie und das EMG. Insbesondere bei chronischen Verläufen ist die VNS-Analyse und die Störfelddiagnostik sehr hilfreich.

Zum Einschätzung der Ausprägung strukturellen Veränderungen und insbesondere nach Unfällen ist die Bildgebung mittels Sonographie , MRT und DVT unerläßlich.

Unsere Diagnostikmethoden bei chronischen und akuten Rückenschmerzen:

  • funktionell-orientierte und ganzheitliche Untersuchung
  • Kinesiologische Untersuchung
  • dynamische und statische Pedobarographie
  • EMG
  • Sonographie
  • MRT
  • DVT

Wie werden Rückenschmerzen behandelt?

Da die meisten Rückenschmerzen funktionelle Ursachen haben („unspezifischer“ Rückenschmerz) ist die Behandlung eine Aufgabe der konservativen Orthopädie. Die Therapie richtet sich individuell nach der Ursache und der Form der Beschwerden. Wesentliche Grundlage für Dr. Bunk ist daher die ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung.

Bei ein akuten Rückenschmerzen stehen die schnelle Schmerzlinderung und Mobilisation im Vordergrund. Muskuläre Verspannungen werden effektiv mit Dry Needling und Akupunktur behandelt, bei Blockierungen hilft die Chirotherapie. Zur vegetativen Regulation der betroffenen Muskulatur biete sich die Erweiterung mit Neuraltherapie an.

Der chronische Rückenschmerz dagegen erfordert einen ganzheitlicheren Ansatz. Insbesonderhier sind die verschiedene Aspekte der Schmerzentstehung und -verstärkung zu behandeln. Wesentliche Elemente der Therapie sind auch hierbei Akupunktur, Dry Needling, radiale Stoßwellenbehandlung, Schröpfen und Neuraltherapie sowie eine Störfeldbehandlung.

Unterstützend können Stressmanagement-Techniken wie Yoga oder progressive Muskelentspannung helfen. Ergonomische Anpassungen im Alltag, etwa am Arbeitsplatz, sind ebenfalls wichtig, um die Belastung des Rückens zu reduzieren.

In vielen Fällen ist eine begleitende Physiotherapie ist sinnvoll, um muskuläre Dysbalancen zu bessern und Fehlhaltungen zu korrigieren.

Zentral und essentiell sind zumeist eine regelmäßige sportliche Betätigung und Übungen, wie Dehnungs- und Kräftigungsprogramme, die dazu beitragen, die Haltung zu verbessern, Muskeln aufzubauen und somit Beschwerden langfristig zu lindern und zu vermeiden.

Zur Verbesserung der allgemeinen Statik biete sich die Verwendung individueller sensomotorischer Einlagen an.

Akute Beschwerden verschwinden unter der richtigen Therapie oft innerhalb weniger Tage, während chronische Schmerzen in der Regel eine längere und intensivere Behandlung erfordern.

Bei strukturellen Ursachen von Rückenschmerzen sind Infiltrationen an Facettengelenke mitt Eigenplasma, EMTT oder eine PRT bei Bandscheibenvorfällen. In wenigen Fällen ist eine Operation erforderlich.

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