Kniearthrose (Gonarthrose)

Schmerzen beim Gehen, ein steifes Knie nach Ruhephasen oder zunehmende Beschwerden bei Belastung können Hinweise auf eine Kniearthrose sein. Entscheidend für die Behandlung ist jedoch nicht allein das Röntgen- oder MRT-Bild, sondern ob die Veränderungen im Knie tatsächlich zu den Beschwerden passen.

Was ist eine Kniearthrose?

Als Gonarthrose bezeichnet man den zunehmenden Verschleiß des Kniegelenks. Dabei verändert sich nicht nur der Gelenkknorpel. Im Verlauf können auch der darunterliegende Knochen, die Gelenkkapsel, Menisken und andere Strukturen des Kniegelenks betroffen sein.

Arthrotische Veränderungen nehmen mit dem Alter zu, verursachen aber nicht zwangsläufig Beschwerden. Deshalb sollte nicht allein ein auffälliges Röntgen- oder MRT-Bild behandelt werden, sondern immer der Patient mit seinen tatsächlichen Beschwerden und dem klinischen Untersuchungsbefund.

Welche Ursachen hat eine Gonarthrose?

Bei vielen Patienten entwickelt sich eine Kniearthrose über Jahre ohne einen einzelnen auslösenden Faktor. Alter, genetische Veranlagung, Körpergewicht und langjährige Belastungen können ihre Entstehung beeinflussen.

Eine sogenannte sekundäre Gonarthrose kann dagegen als Folge früherer Verletzungen entstehen. Dazu gehören beispielsweise Kreuzbandverletzungen, Meniskusschäden oder gelenknahe Knochenbrüche. Auch ausgeprägte Fehlstellungen der Beinachse können zu einer ungleichmäßigen Belastung des Kniegelenks beitragen.

Arthroseschmerzen sind eine erhebliche Belastung im Alltag und Sport.

Welche Beschwerden sind typisch für eine Kniearthrose?

Zu Beginn treten Schmerzen häufig nur bei stärkerer Belastung auf. Typisch ist auch der sogenannte Anlaufschmerz: Nach längerem Sitzen oder morgens nach dem Aufstehen schmerzt das Knie zunächst, bevor die Bewegung leichter wird.

Mit zunehmender Erkrankung können längeres Gehen, Treppensteigen oder sportliche Belastungen schwieriger werden. Die Beweglichkeit kann abnehmen und das Knie kann sich zeitweise geschwollen oder überwärmt anfühlen. Bei einer aktivierten Arthrose kann sich zusätzlich ein Gelenkerguss entwickeln.

In fortgeschrittenen Stadien können schließlich auch Ruhe- und Nachtschmerzen auftreten.

Bedeutet eine Arthrose im Röntgenbild automatisch, dass sie die Schmerzen verursacht?

Nein. Arthrotische Veränderungen des Kniegelenks sind insbesondere mit zunehmendem Alter häufig. Wie ausgeprägt die Veränderungen im Bild sind und wie stark ein Patient darunter leidet, stimmt jedoch nicht immer überein.

Deshalb ist die klinische Untersuchung besonders wichtig. Schmerzen im Bereich des Knies können beispielsweise auch von Menisken, Sehnen, Muskeln oder anderen Strukturen ausgehen.

In manchen Fällen können sogar Erkrankungen der Hüfte oder der Wirbelsäule Schmerzen in die Knieregion übertragen.

Ziel der Untersuchung ist deshalb nicht nur festzustellen, ob eine Arthrose vorhanden ist, sondern ob und in welchem Umfang sie tatsächlich für die Beschwerden verantwortlich ist.

Wie wird eine Kniearthrose untersucht?

Am Anfang stehen die Anamnese und eine gründliche orthopädische Untersuchung. Dabei werden unter anderem Beweglichkeit, Stabilität, Schmerzlokalisation, Schwellungen und die Funktion des Kniegelenks beurteilt.

Bei Verdacht auf eine Gonarthrose ist die bildgebende Diagnostik eine wichtige Ergänzung. Röntgenaufnahmen unter Belastung können Gelenkspaltverschmälerungen, Veränderungen des Knochens und die Stellung des Gelenks zeigen.

Je nach Fragestellung können zusätzlich Ultraschall, MRT oder andere bildgebende Verfahren sinnvoll sein. Ein MRT kann beispielsweise bei zusätzlichen Meniskus-, Band- oder Knorpelfragestellungen hilfreich sein.

Entscheidend ist anschließend die gemeinsame Bewertung von Beschwerden, Untersuchungsbefund und Bildgebung.

Wie wird eine Kniearthrose konservativ behandelt?

Die Behandlung richtet sich nach dem Stadium der Arthrose, den Beschwerden, der Beweglichkeit und den individuellen Anforderungen des Patienten.

Eine wichtige Grundlage ist regelmäßige Bewegung. Eine gut trainierte Muskulatur unterstützt die Führung des Kniegelenks und kann Belastungen besser abfangen. Physiotherapie und ein angepasstes Kraft- und Bewegungstraining können deshalb wesentliche Bestandteile der Behandlung sein.

Auch eine Gewichtsreduktion kann bei Übergewicht die mechanische Belastung des Kniegelenks deutlich verringern.

Bei akuten Beschwerden können vorübergehend schmerz- und entzündungshemmende Medikamente eingesetzt werden, sofern keine medizinischen Gründe dagegensprechen.

Welche Injektionen kommen bei Kniearthrose infrage?

Bei anhaltenden Beschwerden können abhängig vom Befund auch Injektionsbehandlungen erwogen werden.

Hyaluronsäure wird direkt in das Kniegelenk injiziert und kann bei ausgewählten Patienten zu einer Verringerung der Beschwerden und einer Verbesserung der Gelenkfunktion beitragen.

Eine weitere Möglichkeit ist PRP beziehungsweise ACP (autologes conditioniertes Plasma). Dabei wird aus dem eigenen Blut ein thrombozytenreiches Plasma gewonnen und in das betroffene Gelenk injiziert. Insbesondere bei leichter bis mittelgradiger Gonarthrose kann dieses Verfahren bei geeigneten Patienten zur Schmerzreduktion und Funktionsverbesserung eingesetzt werden.

Welche Behandlung sinnvoll ist, hängt vom individuellen Befund ab. Nicht jede Injektion ist für jedes Arthrosestadium gleichermaßen geeignet.

Welche weiteren konservativen Therapien können sinnvoll sein?

Je nach Beschwerdebild können ergänzende Verfahren eingesetzt werden. Dazu gehören beispielsweise Akupunktur oder physikalische Therapieverfahren.

Bestehen zusätzlich ausgeprägte muskuläre Verspannungen oder funktionelle Störungen, sollten diese getrennt von der eigentlichen Gelenkarthrose beurteilt und gegebenenfalls mitbehandelt werden.

Das Ziel bleibt dabei, die Schmerzen zu reduzieren, die Beweglichkeit zu erhalten und die Belastbarkeit des Kniegelenks möglichst lange zu verbessern.

Wann ist eine Knieprothese notwendig?

Eine fortgeschrittene Arthrose im Röntgenbild allein ist noch kein Grund für ein künstliches Kniegelenk.

Eine Knieendoprothese kommt insbesondere dann infrage, wenn die Arthrose ausgeprägt ist, Schmerzen und Funktionseinschränkungen die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und konservative Behandlungsmöglichkeiten keine ausreichende Besserung mehr erzielen.

Ob und wann eine Operation sinnvoll ist, hängt deshalb nicht nur vom Bildbefund, sondern wesentlich von den Beschwerden, dem Funktionsverlust und den persönlichen Anforderungen des Patienten ab.

Dr. Bunk berät Patienten auch dazu, ob die konservativen Möglichkeiten weiter ausgeschöpft werden können oder eine operative Vorstellung sinnvoll ist.

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